Es gibt Erfindungen und Verhaltensweisen, die jungen Eltern empfohlen werden, die mich als erfahrene Kinderkrankenschwester jedoch an ihrer
Sinnhaftigkeit zweifeln lassen. Dafür würde die gerne eine achtsamere Alternative und hintergründige Erklärungen anbieten.
Achtung, die Mischung der aufgeführten Dinge ist bunt. Weiterführende Artikel findet ihr durch die verknüpften Links.
Für die "Kleinen":
1. nackte Füße beim Baby
2. Kümmelzäpfchen
3. die Federwiege mit Motor
4. der nach außen gerichtete Kinderwagen
5 das mit dem Rücken zu den Eltern getragenen Baby in einer Tragehilfe
6. der Fliegergriff
7.Handys und I-Pads zur Ablenkung
Für die "Großen":
8. Stützräder beim Radfahren lernen
9. Schulkinder, die anstatt selbständig zu radeln noch im Lastenrad transportiert werden
10.Belohnungen und Strafe
Wenn ihr etwas von dem, was ich in Frage stelle, mal so praktiziert habe, bedenkt eins:
Eltern dürfen auch mal etwas "falsch" machen. Zum Glück sind Kinder robust und sehen uns in ihrer Persönlichkeitsentwicklung Vieles nach. Güte, auch die Güte mich sich selber, ist hier ganz
wichtig. Wer mit einem "gütigem" Erziehungsstil aufgewachsen ist, hat gute Chancen für eine stabile psychische Gesundheit im Erwachsenenalter.
Wunderbare Zufälle des Lebens - Baby Schlafcoaching - Babymassage - Babysignale -
Babyschlaf - Erste Hilfe für Säuglinge - Margit Holtschlag - Düsseldorf
Das denke ich zu den oben aufgeführten Punkten, und das sind meine Erfahrungen.
Zu 1:
Nackte Füße beim Baby:
Ja, nackte Füße sind prima, wenn man mit ihnen barfuß laufen kann, wenn sie massiert werden oder wenn das wache Kind ein wenig damit spielen möchte.
Ein Baby im Wochenbett ist jedoch mit seiner Temperaturregulation noch instabil und benötigt Wärme, auch an den Füßchen. Lässt man die Söckchen unter dem Aspekt der Entwicklungsförderung zu
diesem Zeitpunkt schon aus, so ist das so, als würde man ein Kind, was noch nicht schwimmen kann, das Schwimmabzeichen machen lassen wollen.
Zu 2:
Das Kümmelzäpfchen:
Man kann es mal geben, als Ausnahme, aber bitte nicht regelmäßig. Viel hilfreicher ist hier die Bauchmassage, in der das Colon langsam und gefühlvoll ausgestrichen werden kann.
Zu 3:
Die Federwiege mit Motor:
So etwas gibt es in der Natur nicht und so bewegt sich auch keine Frau, die noch schwanger ist. Schaukeln mit Motor ist eine Form der "Beruhigung", die ich nicht gut heißen kann. Die Kinder
fallen in einen "Standy-by"-Modus. Es gibt kein Entkommen. Kinder können bei einer derartigen Stimulation nicht wirklich tief schlafen und die Entwicklung der Regulationsfähigkeit verzögert sich
deutlich nach hinten.
Man kann die Babys wiegen, so wie es seit Generationen mit einer Wiege oder auf dem Arm gemacht wird. Dabei gibt es Pausen, und es wird langsam aus geschaukelt, Wie ich die Babys wiege, damit sie
entspannt einschlafen können und sie einen entwicklungsfördernden Impuls für die Entwicklung des Gleichgewichtsinnes bekommen, zeige ich in meinen Kursen und Beratungen.
Zu 4:
Nach außen gerichteter Kinderwagen:
Ich denke, es lohnt sich zu gucken, wie er sich wieder umdrehen lässt. Die Interaktion mit dem Kind beim Spaziergang oder beim Abholen aus der Kita ist etwas Unvergessliches. Man muss nicht immer
reden, aber man ist im Blickkontakt und man kann mal einen kleinen Scherz machen. Ja, manche Kinder weinen, wenn sie die Eltern anblicken. Einfach, weil sie müde sind und weil sie sich bei den
Eltern besonders sicher und aufgehoben fühlen.
Weitere Infos dazu hier:
Weinen oder der Umgang mit Tränen - Baby Schlafcoaching - Babymassage - Babysignale - Babyschlaf - Erste Hilfe für Säuglinge - Margit
Holtschlag - Düsseldorf
Zu 5:
Das mit dem Rücken zu den Eltern getragene Baby in der Tragehilfe:
Diese Position ist unphysiologisch und nur mit Kraftaufwand möglich. Sie ist unphysiologisch, weil der Körperschwerpunkt hier auf der Symphyse liegt, die sich dabei sogar verformen kann. Außerdem
können Gefäße abgeklemmt und Hoden gequetscht werden. Setzt euch versuchsweise selber mal so hi, dass das komplette Körpergewicht auf der Symphyse liegt. Ihr werdet merken, wie wenig Halt man hat
und wie unangenehm das werden kann. Zudem führt das nach außen gerichtete Tragen es zu einer visuellen Reizüberflutung, die nicht förderlich für so ein junges Gehirn ist.
Das Risiko der Infektion durch Anhusten oder "ins Gesicht greifen" durch Fremde möchte ich nur am Rande erwähnen.
Zu 6:
Der Fliegergriff funktioniert deshalb, weil die Kinder damit aus dem Blickkontakt zu den Eltern sind und sie so Zeit haben, sich etwas zu sammeln. Trotzdem verzögert der Griff den
Einschlafprozess und die Kinder finden in ihm wenig Halt. Besser ist es, das Kind hier in einer Position zu tragen, die mehr Halt gibt. Gerne zeige ich das in meinen Kuren und Beratungen.
Zu 7:
Hier möchte ich einfach erneut auf meinen Artikel zu den Spiegelneuronen hinweisen:
Spiegelneuronen - Was ist das? - Baby Schlafcoaching - Babymassage - Babysignale - Babyschlaf - Erste Hilfe für Säuglinge - Margit
Holtschlag - Düsseldorf
Zu 8:
Stützräder sind Stürzräder
Durch Tragen, wiegen, schaukeln, mit Pausen und in verschiedenen Abstufungen wird der Gleichgewichtssinn schon trainiert. Danach ist das Rollern mit einem einrädrigem Roller oder einem Laufrad
sinnvoll. Wer das geübt kann, setzt sich meist auf Fahrrad und radelt los. Mit Stützrädern kann man hängen bleiben, stolpern oder gar stürzen.
Sind 2 oder 3 Räder sicherer für unsere Kinder? - Baby Schlafcoaching - Babymassage - Babysignale - Babyschlaf - Erste Hilfe für
Säuglinge - Margit Holtschlag - Düsseldorf
Zu 9:
Für stabile und gesunde Knochen ist eine selbständige Bewegung unerlässlich. Deshalb ist es so wichtig, dass Kinder viel laufen, rennen und spielen und auch selbständig Fahrrad fahren. Gerade das
Rad fahren kann man gar nicht genug üben, um sich so später auf dem Schulweg sicher im Straßenverkehr klar zu kommen.
Zu 10:
Belohnungen und Strafen sind auch eine Form der Manipulation. Sie fördern weder das Verständnis logischer Zusammenhänge noch die Freude daran, aus eigenem Antrieb etwas Positives zu leisten. Auch
wird damit oft der Blick auf das reale Leben verfälscht. Wichtig ist, dass Konsequenzen logisch sind und dass Kinder aus Erfahrungen lernen dürfen. Achtsamkeit und Aufmerksamkeit sind sehr viel
mehr wert als ein übertriebenes Lob für Selbstverständlichkeiten.
In meinen Beratungen und Kursen führe ich diese Themen gerne weiter aus.
Ich freue mich auf euer Feed back und eure Klicks und wünsche euch viele achtsame und berührende Momente mit den Kindern,
Margit



